Diskussion: Deutsch-Iranische Koproduktionen

Podiumsgespräch beim "1. Iranischen Filmfestival"

Podiumsgespräch beim „1. Iranischen Filmfestival“

Im Anschluss an die Vorführung „Berlin -7“ (Regie: Ramtin Lavafipour) berichtete Produzent Siamak Poursharif zunächst von den Herausforderungen bei der Umsetzung. Der Spielfilm, der von der Flucht einer Familie aus Irak nach Deutschland erzählt, wurde überwiegend in Berlin gedreht.

Das Podium debbatierte außerdem über Möglichkeiten von Koproduktionen zwischen Deutschland und dem Iran. Michael Aust, u. a. Programmleiter von Soundtrack Cologne, hat als Geschäftsführer der Produktionsfirma Televisor mehrere Ko-Produktionserfahrungen – bei einem vergleichsweise schwierigen Land wie Russland muss man sich generell fragen, ob man bereit ist, unumgängliche Konzessionen zu machen, um eine gute Geschichte zu erzählen. Bei der direkten Umsetzung zählen dann Vertrauen und interkulturelle Kompetenz der Partner mehr als die politische Situation. Amir Hamz verfügt bereits über Dreherfahrung im Iran: „Sounds of Silence“ (2006), eine Dokumentation über die Underground Musikszene Teherans, wurde vielfach international gezeigt. Als Stoffentwickler für Port-au-Prince in Berlin (zuvor bei Millbrook Pictures) haben für ihn interessante Stoffe immer eine Chance.

Farhad Tohidi, Leiter des Khaneh Cinema, wies darauf hin, dass der Iran bereits über technisches Know How und Fachpersonal für aufwendige Koproduktionen verfüge und nannte die 100-Millionen-Dollar-Produktion von Majid Majidi über das Leben des Propheten Mohammed als Beispiel. Trotz der vorherrschenden Zensur verglich er die augenblickliche Situation im Iran mit einer sich öffnenden Türe, in die die Filmschaffenden einen Fuß setzen müssten. Shahram Mokri, der seine mehrfach ausgezeichneten Filme mit Minimalbudget bestreitet, fände eine Kooperation reizvoll. Als Voraussetzung nannte er aber eine genauere Kenntnis der internationalen Förderstrukturen und Märkte.

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