Eröffnungstag: Umweltschutz im Fokus

Nach der Vorführung der beiden Dokumentarfilme über die Qanate bei Yazd sowie den Urmiasee wurden in großer Runde zahlreiche Themen rund um die Wasserproblematik in Iran angeschnitten.

Mohammad Ehsani berichtete von den Dreharbeiten seines unabhängig produzierten und finanzierten Filmes The Lonely Lake.

Farhad Tohidi und Nicolai Niemann von den „Grünen“ Filmfestivals in Teheran und Berlin diskutierten die Rolle von hochwertigem Kino, filmischer Prominenz und internationaler Vernetzung bei der Bildung eines Bewusstseins für Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

In einem pointierten Impulsreferat skizzierte Sadra Mohaghegh die Entwicklung des Umweltjournalismus in den letzten fünfzehn Jahre: von ersten belächelten Versuchen, ernst genommen zu werden bis zur aktuellen Bedeutung umweltpolitischer Themen im parlamentarischen Wahlkampf.

Frau Sabine Annen, Leiterin der Bonner Ausstellung „Iran – Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste“, wies auf die Bedeutung des UNESCO-Weltkulturerbe-Status‘ vieler iranischer Gärten bei der Schaffung eines Umweltbewusstseins aber auch bei der Akquise von internationalen Projektgeldern hin. Annen nannte zwei von Henkel-Stiftung unterstützte, auf Nachhaltigkeit angelegte Folgeprojekte die unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung stattfinden werden. Bauke Baumann vom Nahostreferat der Heinrich-Böll-Stiftung betonte die Iranarbeit der HBS gerade auch im Umweltbereich und stellte die Studie Paradise lost? Developing solutions to Irans environmental crisis vor.

Beim Publikumsgespräch fragte eine Zuschauerin, inwieweit ein Umweltbewusstsein auch schon in Schule und im Alltag gefördert würde, Sadra Mohaghegh nannte neuere Bestrebungen und konkrete Initiativen in dieser Richtung. Eine kritische Stimme prangerte das Fehlen einer übergeordneten politischen Perspektive beim Umweltschutz an. Weitere Statements aus dem Publikum betonten die wichtige Bedeutung deutsch-iranischer Initiativen und Akteure – gerade aus Köln und Bonn –  beim Zustandekommen des Filmes „Lonely Lake“ aber auch beim Einsatz für die Rettung des Urmiasees. Damit hatte das Gespräch den Bogen von Iran nach Köln geschlagen.